10 – Buèina und Bergreichensteiner Goldsteigteil hinter der Grenze

Buèina und Bergreichensteiner Goldsteigteil in der Passauer Region

An diesen Plätzen verlies die Hundert Jahre alte Bergreichensteiner Straße Goldsteig das tschechische Gebiet und setzte bei der Brücke, die den Grenzbach überquert in Richtung zur heutigen Gemeinde Finsterau fort. Weiter hinter der Grenze gelangte der Pfad bereits nach Passau auf das Gebiet des Passauer Bistums.

Von Anfang an war das genau der Goldsteig, der die Achse und lebenserhaltende Ader dieses Gebietes bildete, dessen Landschaft vom dominanten Bergrücken Böhmerwalds schrittweise durch das schöne Hügelland bis zum breiten Donautal hinuntersank. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts gliederte sich der Teritorialbischofsstaat in die bunte Mosaik der Landgebilde des Mittelalterreiches ein und die Bischöfe regierten es als Landherrscher bis in das Jahr 1803.
Die älteste Goldsteigkarte aus dem Jahre 1520
Vom Passauer Gebiet ging der Bergreichensteinerteil des Goldwegs aus Passau auf Freiung und hinter ihm über Kreuzberg und weitreichende Grenzforste und Sümpfe durch eine unbesiedelte Landschaft bis hierher, an die Grenze des tschechischen Königreiches. Während des Mittelalters wurde das Gebiet um den Pfad herum bis zum Kreuzberg mit einer markanten Kirche an der Höhe schrittweise besiedelt. Weiter zur Grenze nahm die Besiedlung erst nach dem Dreißigjährigen Krieg zu. Bis 1704 erreichte sie bis nach Finsterau – die letzte Passauer Siedlung vor der tschechischen Grenze.

Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse

Die ursprünglich höchst liegende Böhmerwalder Siedlung (1162 M. ü. NN.) wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet. Es handelt sich dabei um den regnerischsten Böhmerwalder Platz – jährlich werden hier 1600 mm von Niederschlägen gemessen.

Die Vegetation stabilisierte sich bei uns etwa vor 3000 Jahren. Gemischte Bergwälder, vor allem s. g. Blühende bzw. Bergacidophilbuchenwälder sind für den Böhmerwald typisch. Die Baumebene wird hauptsächlich von Buche, Tanne und Fichte vertreten. Ab der Höhe von etwa 1200 m. Ü. NN. kommen die Bergfichtenwälder sehr natürlich vor.

In der Buschebene überwiegen Keckenkirschen und Echter Seidelbast. Die sehr reiche Kräuterebene wird z. B. von Dentaria, Wald-Sanikel, Schaumkräuter, Launkräuter usw. vertreten.

Nach dem Goldsteig- und Goldwegverfall

Die Siedlung wurde im 18. Jahrhundert in den tiefen Buchenwäldern des Zdikovské-Herrschaftsgutes von Malowetz von Cheynow erst nach dem Goldsteigverfall gegründet. Die Einwohner lebten hauptsächlich von der Waldarbeit. Die Lebensbedingungen waren hier sehr hart.

Nach 1865 verband eine neue Straße Buèina und Kvilda. Diese brachte mit der Touristenentwicklung neue Besucher hierher. Neben den tiefen Wäldern und nicht weit liegenden Moldau-Quellen zog sie auch die wunderschöne Aussicht an. Nicht nur laut den alten Reiseführen gibt es von Buèina aus die schönste Aussicht auf die Alpen – im Winter am kalten Morgen, gerade vor dem Sonnenaufgang. 

 

Buèina/ Buchwald in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Im Jahre 1911 lebten hier 347 Einwohner in 37 Häusern, davon benutzten acht tschechisch als ihre Mutterprache, die anderen waren deutscher Herkunft. Es gab hier Hotels, eine Sparkasse, Finanzwachstation, eine deutsche Schule und seit 1937 auch eine tschechische.

Die Kapelle aus dem Jahre 1891 wurde gleich darauf mit Hilfe der ursprünglichen Eiwohner aus Buèina erneuert.

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