10 – Buèina und Bergreichensteiner Goldsteigteil hinter der Grenze
An diesen Plätzen verlies die Hundert Jahre alte Bergreichensteiner Straße Goldsteig das tschechische Gebiet und setzte bei der Brücke, die den Grenzbach überquert in Richtung zur heutigen Gemeinde Finsterau fort. Weiter hinter der Grenze gelangte der Pfad bereits nach Passau auf das Gebiet des Passauer Bistums.
Von Anfang an war das genau der Goldsteig, der die Achse und lebenserhaltende Ader dieses Gebietes bildete, dessen Landschaft vom dominanten Bergrücken Böhmerwalds schrittweise durch das schöne Hügelland bis zum breiten Donautal hinuntersank. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts gliederte sich der Teritorialbischofsstaat in die bunte Mosaik der Landgebilde des Mittelalterreiches ein und die Bischöfe regierten es als Landherrscher bis in das Jahr 1803.
Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse
Die ursprünglich höchst liegende Böhmerwalder Siedlung (1162 M. ü. NN.) wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet. Es handelt sich dabei um den regnerischsten Böhmerwalder Platz – jährlich werden hier 1600 mm von Niederschlägen gemessen.
Die Vegetation stabilisierte sich bei uns etwa vor 3000 Jahren. Gemischte Bergwälder, vor allem s. g. Blühende bzw. Bergacidophilbuchenwälder sind für den Böhmerwald typisch. Die Baumebene wird hauptsächlich von Buche, Tanne und Fichte vertreten. Ab der Höhe von etwa 1200 m. Ü. NN. kommen die Bergfichtenwälder sehr natürlich vor.
In der Buschebene überwiegen Keckenkirschen und Echter Seidelbast. Die sehr reiche Kräuterebene wird z. B. von Dentaria, Wald-Sanikel, Schaumkräuter, Launkräuter usw. vertreten.
Nach dem Goldsteig- und Goldwegverfall
Die Siedlung wurde
im 18. Jahrhundert in den tiefen Buchenwäldern des
Zdikovské-Herrschaftsgutes von Malowetz von Cheynow erst nach dem
Goldsteigverfall gegründet. Die Einwohner lebten hauptsächlich von der
Waldarbeit. Die Lebensbedingungen waren hier sehr hart.
Nach
1865 verband eine neue Straße Buèina und Kvilda. Diese brachte mit der
Touristenentwicklung neue Besucher hierher. Neben den tiefen Wäldern und
nicht weit liegenden Moldau-Quellen zog sie auch die wunderschöne
Aussicht an. Nicht nur laut den alten Reiseführen gibt es von Buèina aus
die schönste Aussicht auf die Alpen – im Winter am kalten Morgen,
gerade vor dem Sonnenaufgang.
Die Kapelle aus dem Jahre 1891 wurde gleich darauf mit Hilfe der ursprünglichen Eiwohner aus Buèina erneuert.


