7 – Otterbrücke

Aus der Geschichte der Otterbrücke

Mehrere Kilometer von hier nach Osten endete im Mittelalter, in der Goldsteigexistenz, das Herrschaftsgut der Stadt Bergreichenstein und das Zdíkovsko-Vimpernauer Herrschaftsgut von Malowetz von Cheynow fing dort an. Beide Herrschaften führten aufgrund dieser Grenze langfristige Auseinandersetzungen und Streitigkeiten.
Goldsteigreste zwischen Otterburg und Kvilda
Nach dem Dreißigjährigen Krieg schob sich die Grenze um zwei Kilometer nach Norden, hierher vor Horská Kvilda über Hamerský-Bach zur Otterbrücke. Zu dieser Zeit gab es für die Auseinandersetzungen nicht mehr so viele Gründe, da der Goldsteig langsam unterging und die Handelsgewinne die nachbarliegenden Herrschaften aufhörten zu reizen. Auf einer sehr ausfühlichen Karte des Bergreichensteiner Goldsteigsteils aus dem Jahre 1736 wurde bereits die Grenze beider Herrschaften auf der Otterbrücke markiert. Die Tradition der administrativen Aufteilung überdauerte bis heute, da genau an diesen Plätzen die ehemaligen Bezirke Klattau und Prachatice und die heutigen Kreise – Plzeòský und Jihoèeský, angrenzen.

Es gibt ausführliche Nachrichten über den Goldsteig im Gebiet von Otterbrücke aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1729 ordnete das Landesgubernium in Prag beiden Kreishauptmännern des Prácheòský-Kreises die Durchsuchung vom Bergreichensteiner und Vimperker Goldsteigteil an. Das Ziel war es, die Änderungsmöglichkeiten dieser Wege in moderne Verbindungsstraßen zwischen Böhmen und dem Donaugebiet umzuwandeln. Zur Umgestaltung kam es auf dem Vimperker Goldsteigsteil. Dort hindurch führt heutzutage die Straße Nr. 4 aus Vimperk zum Grenzübergang Strážný.

Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse
Böhmerwalder Geomorphologie


In der geologischen Vergangenheit, in der Zeit der variszischen Orogenese, d. h. etwa vor 380–280 Millionen Jahren kam es zur Erdrindenaufhebung bis zur Oberfläche, zu ihrer Verwitterung und schrittweisen Reliefeinebnung. Dank den alpinischen bergbauenden Prozessen wurde die ursprünglich gerade Oberfläche aufgehoben und in mehrere Blöcke aufgeteilt. Die Randteile des Tschechischen Massivs, wo sich auch Böhmerwald befindet, wurden ebenfalls aufgehoben. In der Zeit änderte sich auch das Flussnetz. Moldau hörte in Donau auf zu ließen und richtete sich nach Norden.
Die Reste der in der tertiär eingeebneten Oberfläche sind heutzutage im Böhmerwald vor allem auf den Höhen von 1000–1200 M. ü. NN. sichtbar. Hier bilden sie ein weitreichendes Gebilde, bezeichnet als „Böhmerwalder Gefilde“, das charakteristisch für die kleine Höhengliederung ist.

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