2 – Losenický-System

Die zusammenhängenden erhaltenen Goldsteigreste werden als „Systeme“ bezeichnet. Die Linien des Losenický-Systems fingen etwa in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an zu entstehen. Die ursprüngliche Route bog zwischen Zhùøí und Kozí Høbety zur Siedlung Èervená ab. Sie erreichte diese Plätze aber nicht.

Die Teile des Losenický-System, in welchen sich die rechts und links biegenden Kurven in zwei imposanten gleichläufigen Linien abwechseln, gehören zu beeindruckenden Goldsteigresten auf tschechischem Gebiet. Der Goldsteig stieg in diesen Plätzen aus dem Tal Losenice bis in die Höhe von 700 Metern. In einem gezogenen Bogen fing er an sich nach Süden auf den mächtigen Bergrücken zu richten. Dieser steigt von Rejnštejn bis nach Zhùøí. Die Breite dieses Weges beträgt 3 Meter am Boden und fast 8 Meter an den Wallgipfeln. Diese rangen bis zu 5 Meter über dem eigenem Weg heraus.

Das Besondere des Losenický-Systems beruht auf der Tatsache, dass seine Wege durch das Gebiet mit außergewöhnlicher Förderungs- und Teuermetallförderungskonzentration führen. Neben dem üblichen Salzhandel wurde die Straße sicher auch als Verbindungs- und Exportstraße dieser Bergaktivitäten genutzt.
Losenický-System des Bergreichensteiner Goldsteigs, Gegenwärtiger Zustand
Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse

Der Handel auf dem Goldsteig wurde von s. g. Saumtieren betrieben. In der Regel handelte sich um Bauern, die sich auf diese Weise zu ihren Hauptarbeiten etwas hinzuverdienten. Erste ausführliche Betrugsnachrichten, die die Saumtiere betrugen, kommen aus der Hälfte des 16. Jahrhunderts. Um die Untekunftsgebühren in Bergreichenstein zu vermeiden, fuhren sie hinter Kozí høbety direkt zum Rejnštejn runter und nachher entlang des Flusses Otava in die Richtung auf Sušice weiter. Hier verkauften sie und nahmen weitere Ware als Gegenladung an. Eine solche Abbiegung auf die s. g. verbotene Straße gab es im oberen Teil des Losenický-Systems.
Saumtierkarawanendarstellung, Zeichnung von J. Koch, 1689
Nach dem Goldsteig- und Goldwegverfall

Zwischen den Jahren 2001 und 2002 wurde das System geodetisch vermesst, fotographisch dokumentiert und gleichzeitig auch mit dem Metalldetektor überprüft. Eine ziemlich große Eisengegenstandszahl (42 Stück) war das Ergebnis. Dabei war die Zeitspanne ziemlich breit – von den Uniformteilen der SS-Angehörigen aus dem Ende des 2. Weltkriegs bis zu traditionellen Funden der mittelalterlichen Hufeisen, die die Pferdenutzung in diesem Raum beweisen. Man kann diese als Gesamtheit eher in eine frühneuzeitliche Zeit datieren, doch es gibt auch manche Indizien, die auf Hochmittelalter hinweisen.

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