12 – Kvilda / Grafenhütte

Die ursprüngliche Glasbläserei wird hier bereits in der Zeit des Besitzers vom Zdíkovské-Landbesitz, nämlich Malovci, im Jahre 1794 aufgeführt. Neben dieser stand das Flusshaus (so bezeichnete man den Potacheherstellungsort; Potache – das Kaliumkarbonat, eines der Grundstoffe, die zur Potacheherstellung benötigt wird) am rechten Moldau-Ufer. In der Einwohnerliste aus dem Jahre 1802 ist der Platz als „Neue Hütte – Graffen Hütte“ genannt und es lebten hier sechs Erwachsene und sieben Kinder. Simon Gattermayer, ein damals 35-jähriger Mann, war hier als Glasmeister tätig. Man stellte hier das geschliffene Spiegelglas und Hohlglas her. Auf der Liste des folgenden Jahres wird der Ort als „Graffenhütte an der Moldau“ bezeichnet. Im gleichen Jahr übernahm ein neuer Herrschaftsgutbesitzer c. k. Oberst Jakub Baron Wimmer das Hüttenwerkseigentum. Etwa in dieser Zeit wurde Engelhard Enz zum Mieter und es wurde unter dem Namen Aussergefildglasshütte bekannt. Es wurde höchstwahrcheilich im Jahre 1810 zum Hüttenwerk erklärt. In der Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb erneuert. Es scheint so zu sein, dass er im Jahre 1870 für ein Jahr unterbrochen wurde und im Jahre 1871 nach der Katastrophe, die zu den markanten Holzpreissenkungen führte, wurde sie durch Johann Kralik unter der Marke Meyr‘s Neffe erneuert. Johann Kralik war einer der Söhne von Wilhelm Kralik, des Fortführers eines bedeutsamen Glasbetriebes – Meyer-Stammes. Johan zusammen mit seinem Bruder Heinrich verwalteten unter der Marke Wilhelm Kralik Sohn auch die Glasbläsereien in Lenora und Arnoštov. Die Händler Michal Roth und Josef Strunz nahmen an der Erneuerung von Hrabìcí Hu (Grafenhüttenwerk) teil. Josef Sturz führte dieses nach dem Jahre 1875 allein. Das Hüttenwerk spezialisierte seine Produktion vor allem auf die Tafelglasherstellung. Das Hüttenwerk übernahm die Firma Johann Lötz Witwe aus Klostermühle nach Strunz, dessen Besitzer war zu der Zeit Max Ritter Spaun. Dieses gewann später für sein gelungenes Jugendstilglas internationale Anerkennnung. Die Tafelglasprduktion wurde um das Hohlglas erweitert. Das Hüttenwerk traf leider innerhalb seines Betriebes auf mehrere Probleme und der Betrieb wurde höchstwahrscheinlich nach dem Mietvertragsablauf im Jahre 1888 versetzt. Das Gebäude fand aber einen weiteren Nutzen – nach dem Großfeuer in Kvilda im Jahre 1889 wurde sein Holz zur Erbauung einer provisorischen Kapelle genutzt. Die Glasbläserei stand hier aber nicht alleine. Weitere Häuser wurden entlang des Weges zu den Moldauer Quellen erbaut. Direkt bei der Glasbläserei stand ein Herrschaftsforsthaus und es waren hier das Sägewerk und eine Großschmiede. Alle Gebäude bis auf eines wurden nach 1945 abgerissen und die Reste wurden vom Umfangsmauerwerk zugedeckt.

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