6 – Prášily / Frauenthal

Die Siedlung wurde nach dem Wald Frauenwald, der in der Nähe stand, benannt. Dieser gewann seinen Namen dank einem Wunder und zwar, als die Jungfrau Maria einer Bäuerin aus Stodùlky erschien. Die Glassschleiferei und –glänzerei „Altes Frauenthal“ wurde im Jahre 1863 durch Isak Simon Bloch aus Hartmanice auf dem Platz des Bauernhofs, den 1753 der Bauer Lenz aus Stodùlky erbauen ließ, gegründet. Das Unternehmen konzentrierte sich vor allem auf die Herstellung von jüdischen kleinen Spiegeln. Was die technischen Spezifika betrifft, gab es im Unternehmen insgesamt 12 Schleifer- und mehrere Zehntel von Glänzergeräten, die von fünf Wasserrädern mit dem Durschnitt bis zu fünf Metern betrieben wurden. Das Wasser zu diesen Rädern wurde aus Køemelná durch einen kilometerlangen Kanal gebracht. Dieser fing unter dem Zusammenfluss von Køemelná mit Prášilský-Bach an. Es arbeiteten hier insgesamt 200 Personen. Das Unternehmen wurde im Jahre 1872 um eine neue Glassschleiferei mit einer Werkstatt zur Facettung der großen Spiegelgläser verarbeitet. Die Glassschleiferei wurde von zwei Wassesrrädern betrieben. Die umliegenden Grundstücke mit einem Forsthaus, Schmiede und Kneipe waren auch ein Bestandteil des Komplexes.

Zwischen den Jahren 1872 und 1873 wurde noch eine neue Glassschleiferei und –glänzerei „Grosses Werk“ und „Neues Frauenthal“ erbaut. Diese wurden von sieben Wasserrädern betrieben. Der Kanal, der durch die Verlängerung vom bestehenden Antrieb aus dem Alten Frauenthal entstand, brachte das Wasser. Im Neuen Frauenthal gab es noch dazu eine Schule, die ab dem Jahr 1890 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs fungierte, ein bewohnbares Haus mit einem Geschäft und weitere winzige Bauten.

Der neuste Siedlungsteil, „Unteres Frauenthal“ lag etwa ein Viertel Kilometer unter dem „Neuen Frauenthal“. Er entstand zehn Jahre später, im Jahre 1882. Es gab hier ebenfalls eine Glassschleiferei und –glänzerei und einen Facettierungsraum für große Spiegel. Der Dreiräderantrieb wurde durch das Wassesr durch den alten Antrieb über das Neue Fauenthal und den neuen Kanal, der ebenfalls über das Neuen Frauenthal führte, aus dem Fluss Køemelná gesichert. Im Rahmen der Modernisation wurde im Jahre 1990 statt der Wasserräder die Francis Turbine mit einem 37kW-Generator installiert. Neben dem Frauenthal lieferte dieser die Elektrizität auch weiteren Häusern in der Umgebung. Zwischen den Jahren 1932 und 1938 fungierte auf dem rechten Ufer des Flusses Køemelná, circa 200 Meter unter dem Unteren Frauenthal, eine Limnigraphische Station.

Der Glasbläsereibetrieb im Frauenthal hörte entgültig Weihnachten 1932 auf, da er nicht mehr der großen Konkurrenz in der Umgebung standhielt. Die Einwohner von Frauenthal waren vor allem Personen deutscher Staatsangehörigkeit. Die Siedlung fing nach ihrem Betrieb Ende der 40er Jahren langsam an zu verfallen. Es entstand auf dem Platz ein Staudamm, der die verödende Siedlung überschwommen hätte. Doch dazu kam es nicht. Die Siedlung wurde im Jahre 1952 zum Standortübungsplatz im Rahmen des Militärtruppenübungsplatzes Dobrá Voda. Für eine kurze Zeit kam es zur Erneuerung des Kraftwerks im Unteren Frauenthal. Heutzutage kann man auf den ersten Blick gar nicht sehen, das es hier einmal eine Siedlung gab. Die Mehrheit der Kanäle wurde verschüttet und die Bauten wurden abgerissen.

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