3 – Markt Eisenstein Alžbìtín

Der Glasbläser Peter Ziegler bekam zur Vermietung das neu erbaute Hüttenwerk in Alžbìtín für 14 Jahre von Franz Xaver Hafenbrädl. Es scheint aber, dass es hier die Glasbläserei bereits früher gab und Hafenbrädl sie im Jahre 1841 rekonstruieren ließ. Das Hüttenwerk bekam den Namen nach seiner Tante Marie Alžbìta. Neben dem Hüttenwerk vermietete er die Vorbereitungsgebäude, Pfannenräume, Kiesanlagen, Flusshaus, Pucher und acht Glashäuser. Zieglers Ziel war, dass Alžbìtín eine neue Siedlung seines Glasunternehmens sei, wo er das gegossene Glas herstellen konnte. Leider war er nicht so erfolgreich, wie er es geplant hatte. Die Notwendigkeit eine offizielle Erlaubnis zum zollfreien Handel mit Rohrglas zwischen Alžbìtín und Bayern zu haben, war das erste Problem. Es dauerte den Beamten zwei Jahre, dies zu erledigen und hierbei handelte sich nur um eine vorläufige Lösung. Nachher prosperierte der Handel. Im Frühling 1845 nahm Zieglers Firma erfolgreich an der Industrieausstellung in Wien teil. Laut Herstellerkatalog produzierte die Firma im Jahre 2800 q Rohrglas und beschäftigte mehr als 300 Personen.

Man stellte hier Weißdaumenglas und s. g. jüdische Spiegel her.. Er hatte keine Glasschleiferei und das Glas fuhr er in die vermietete Glasschleiferei zu den bayerischen Oberfrauen.

Im Juli 1845 traf das prosperierende Unternehmen ein weiteres Unglück – die Holzgläserei brannte wegen der Unachtsamkeit eines Wächters nieder. Doch Ziegler gab nicht auf und erneuerte und erweiterte sogar das Glashüttenwerk. Im November desselben Jahres fing Alžbìtín wieder an zu produzieren. Im Jahre 1850 wurde Ziegler zum Bürgermeister von Markt Eisenstein. Er entschied sich, bei seiner Glasbläserei eine moderne Fabrik zur Herstellung von Tafelglas mithilfe belgischer Geräte zu gründen. Er fing mit dem Umbau im Jahre 1853 an. Die neue Herstellungsweise wurde im Jahre 1856 in Betrieb genommen. Es war das erste Glashüttenwerk bei uns, wodurch sich die tschechischen Verbraucher nicht mehr auf den außländischen Import der großen Tafelgläser verlassen mussten. Zur gleichen Zeit verlängerte er auch den Mietwertrag bis 1871. Der Umbau erwies sich als sehr kostspielig. Auf der anderen Seite bekam sie viele positive Kritiken in der damaligen Presse und Ziegler hoffte, dass so die Investitionen zurückkämen. Die Schulden vermehrten sich aber immer mehr. Im Jahre 1858 musste Peter Ziegler das ganze Vermögen der Gläserei in Alžbìtín seinem Gläubiger Johann Liebig, einem Unternehmer aus Nordböhmen, verpfänden. Dies half ihm aber nicht und am Anfang des Jahres 1860 wurde Liebig zum Besitzer des Wiener Unternehmenlagers. Dessen Wert war auf 139 000 Goldene geschätzt. Die Herstellung setzte die Leistung auch trotz der komplizierten finanziellen Situation fort. Insgesamt arbeiteten unter Zieglers Leitung circa 1200 Personen. Im Jahre 1836 baute Ziegler die Spiegellegungsanlage an. Zur gleichen Zeit musste er mit seiner Frau seine Schulden begleichen. (Es ist sehr wahrscheinlich, dass im diesen Fall auch Liebig eine Rolle spielte, da er das ganze Unternehmen für sich haben wollte). 1864 stoppt Ziegler den Betrieb der ganzen Anlage in Alžbìtín. Er hoffte diese noch einmal erneuern zu können, doch in dem folgenden Jahr traf ein Feuer das hiesige Sägewerk und nachher auch das Spiegellager. Aufgrund der Feuerschäden kam es nie zur Betriebserneuerung. Anfang März wurde auf Zieglers Vermögen Konkurs ausgeschrieben. Der Konkursverwalter wurde eben der oben genannte Johann Liebig. Im Jahre 1865 erneuerte Johann Liebig den Hüttenwerkbetrieb und erweiterte diesen um zwei andere Öfen zur Gießglasherstellung und das dritte Hüttenwerk zur Herstellung von geblasenen Tafeln. Es gelang ihm alle bisherigen Schulden der Glasbläserei zurück zu bezahlen, z. B. 30 000 Goldene, die das Hüttenwerk dem hiesigen Landbesitz für das Holz schuldete. Peter Ziegler ging von Alžbìtín weg nach Gerlova Hu (die in der Zeit nicht mehr tätig war). Hier starb im Jahre 1865 seine Frau Anna und im Jahre 1870 im Alter von 58 Jahren auch Ziegler selbst. Im Jahre 1877 wurde der Schwiegersohn Franz Schrenk zum Vermieter von Zieglers Hüttenwerks. Ein Jahr später wollte er bereits eine neue Glasschleiferei und Spiegelglänzerei bauen, doch die Pläne wurden aufgrund des Brennholzmangels vernichtet. Die nordböhmischen Glasbläsereien wurden zur Konkurrenz der Böhmerwalder, da sie zum Heizen Kohle, bzw. Generatorgas verwendeten. Der Glasbläsereibetrieb wurde nach dem Tod von Wenzel Schrenk (Sohn von Franz, starb 1905) im Jahre 1906 beendet. Bis 1929 betrieb Matylda Schenková die Glasschleiferei und –glänzerei.

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